Medizinisches Cannabis bei ADHS

Cannabis-Therapie bei ADHS – Infografik

Cannabis auf Rezept bei ADHS

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) betrifft nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene. Betroffene leiden unter Symptomen wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, die ihren Alltag erheblich beeinträchtigen können. Medizinisches Cannabis wird zunehmend als mögliche Therapiealternative für ADHS betrachtet – insbesondere bei Patient:innen, die auf klassische Medikamente wie Methylphenidat nicht ansprechen oder diese nicht vertragen.

Im Folgenden erfahren Sie, wie medizinisches Cannabis bei ADHS eingesetzt wird, welche Wirkung zu erwarten ist und welche rechtlichen Grundlagen gelten.

Was ist medizinisches Cannabis?

Medizinisches Cannabis wird aus der Hanfpflanze gewonnen und enthält vor allem zwei Hauptwirkstoffe: THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Beide Substanzen wirken auf das Endocannabinoid-System des Körpers, das unter anderem für die Regulierung von Stimmung, Aufmerksamkeit, Schmerzempfinden und Schlaf verantwortlich ist.

Bei ADHS soll Cannabis vor allem über die Modulation von Dopamin und Serotonin wirken, deren Dysbalance als eine mögliche Ursache der Erkrankung gilt.

Wie kann medizinisches Cannabis bei ADHS helfen?

Die Wirkung von Cannabis bei ADHS ist individuell verschieden. Patienten berichten häufig von:

  • Verbesserter Konzentrationsfähigkeit
  • Reduzierter Impulsivität
  • Emotionaler Stabilität
  • Weniger innerer Unruhe

Diese Effekte werden hauptsächlich auf die Wirkung von THC zurückgeführt, das die Dopaminfreisetzung im Gehirn fördert. CBD wiederum hat eine beruhigende Wirkung, wirkt angstlösend und kann helfen, Stresssymptome zu mindern.

Welche ADHS-Symptome lindert Cannabis?

  1. Unaufmerksamkeit: THC kann durch die Beeinflussung des Dopamin-Haushalts die Aufmerksamkeitsspanne verbessern und die kognitive Leistungsfähigkeit erhöhen.
  2. Hyperaktivität: Die beruhigende Wirkung von CBD kann helfen, motorische Unruhe zu reduzieren.
  3. Impulsivität: Beide Cannabinoide können dazu beitragen, spontane Handlungen besser zu kontrollieren.

Nebenwirkungen und Risiken

Wie jede Therapie bringt auch medizinisches Cannabis mögliche Nebenwirkungen mit sich. Dazu zählen:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • Kurzzeitige Gedächtnisbeeinträchtigungen
  • Mögliche psychische Nebenwirkungen (z. B. Angst oder Paranoia)

Die Behandlung sollte daher ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um Wirkung und Risiken engmaschig zu überwachen.

Rechtliche Situation in Deutschland

Seit Inkrafttreten des neuen Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG) im Jahr 2024 kann medizinisches Cannabis einfacher verschrieben werden. Die frühere Genehmigungspflicht durch die Krankenkassen für bestimmte Arztgruppen entfällt. Das Medikament kann nun ähnlich wie andere verschreibungspflichtige Arzneimittel rezeptiert werden.

Wichtig: Cannabis wird nur bei schweren Erkrankungen eingesetzt, wenn andere Therapieformen ausgeschöpft sind.

Krankenkasse: Voraussetzungen für Kostenübernahme

Damit die gesetzliche Krankenversicherung die Therapie mit medizinischem Cannabis übernimmt, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Gesicherte ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter
  • Standardtherapien (z. B. Methylphenidat) haben versagt oder sind unverträglich
  • Behandlungsziel ist medizinisch begründet und aussichtsreich
  • Antragstellung durch den behandelnden Arzt

Medizinisches Cannabis stellt für Erwachsene mit therapieresistenter ADHS eine ernstzunehmende Behandlungsoption dar. Die Wirkung ist vielversprechend, die Forschungslage entwickelt sich stetig weiter. Wichtig bleibt eine individuelle, ärztlich überwachte Therapie, die Nutzen und Risiken sorgfältig abwägt.

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Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, sondern dient der Information. Lassen Sie sich vor einer Therapie immer von einem Facharzt beraten!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Cannabis ist ein Arzneimittel aus der Hanfpflanze mit den Wirkstoffen THC und CBD, das bei bestimmten Erkrankungen eingesetzt wird.

Einige Patient:innen berichten von besserer Konzentration und weniger Unruhe – die Wirkung ist aber individuell unterschiedlich.

Wenn ADHS diagnostiziert wurde und andere Therapien nicht wirken oder nicht vertragen werden.

In der Regel spezialisierte Fachärzt:innen wie Psychiater oder Neurolog:innen.

Ja, wenn medizinische Voraussetzungen erfüllt und dokumentiert sind – mit Antrag durch den Arzt.

Einige merken schnell eine Wirkung, bei anderen dauert es länger – Dosierung und Sorte spielen eine Rolle.

Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit oder in Einzelfällen psychische Reaktionen wie Angst.